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Monitoring how sustainable agriculture is.
© Irina Strelnikova | AdobeStock

Was ist Bioökonomie? I Chancen und Risiken I Ziele des Monitorings I Indikatoren

Die Bioökonomie kann uns helfen, die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele [1] zu erreichen – wenn sie so umgesetzt wird, dass sie mehrere Ziele miteinander verbindet und keinem widerspricht. Die Bioökonomie wird als ein Weg gesehen, den Konsum nicht-erneuerbarer Ressourcen zu reduzieren, die globale Nahrungsmittelversorgung zu sichern und die lokalen Primärsektoren (Agrar-, Forstwirtschaft und Fischerei) sowie eine hochwertige Verarbeitung und effiziente Nutzung biobasierter Produkte zu fördern. Schlecht implementiert kann die Bioökonomie aber sogar Schaden anrichten: Beispielsweise kann eine erhöhte Nachfrage nach Getreide und Holz Anreize für Landnutzungsänderungen schaffen, die die biologische Vielfalt zerstören und zusätzliche CO2-Emissionen verursachen. Darüber hinaus kann dies zu Menschenrechtsverletzungen führen [2].

Die Bioökonomie steht vor fundamentalen Herausforderungen – in Bezug auf die Art und Weise, wie wir (a) global die Ressourcen regulieren, nutzen und entnehmen sowie (b) diese Ressourcen in der Wirtschaft verwenden, handeln, konsumieren und recyceln. Ein Monitoring aus einer umfassenden systemischen Perspektive ist daher der Schlüssel, um die Bioökonomie zu verstehen und sie im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele weiterzuentwickeln [3].

Was ist Bioökonomie?

In der Bioökonomiestrategie der Bundesregierung wird Bioökonomie definiert als: „die Erzeugung, Nutzung und Verwendung nachwachsender Ressourcen, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen“ [4]. Das übergeordnete Ziel ist es, Ökonomie und Ökologie zu verbinden, um einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen zu erreichen.

Der Bioökonomierat [5] fordert eine verbesserte und koordinierte Förderung von technologischen, organisatorischen und sozialen Innovationen sowie die Transformation von Märkten und Institutionen. Dies dient dazu, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und die Vision der nachhaltigen und zirkulären Bioökonomie zu erreichen.

Die Bioökonomie umfasst alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, bei denen Biomasse erzeugt und genutzt wird. Dies reicht von der Land- und Forstwirtschaft über die Fischerei bis hin zu den Märkten für Lebensmittel, Bau, Papier, Textilien, Energie, Chemikalien und Holzprodukte. Obwohl die Bioökonomie derzeit einen recht kleinen Anteil an der Gesamtwirtschaft hat, sind die Erwartungen an neue biobasierte Materialien und Anwendungen (Biowissenschaft und Biotechnologie) [6] hoch – gerade in den Bereichen Pharmazeutika, Kosmetika, Kunststoffe und Nanotechnologie. Aus politischer Sicht befindet sich die Bioökonomie an der Schnittstelle verschiedener Bereiche wie der Industrie- und Energiepolitik, Landwirtschafts-, Forstwirtschafts- und Fischereipolitik sowie der Klima- und Umweltpolitik.

Ressourcenbasis und Verwendung von Biomasse in der Bioökonomie (Quellee: Beck-O’Brien basierend auf BMBF und BMEL (2020) [4], S. 40).

Chancen und Risiken

Die Meinungen über Chancen und Risiken der Bioökonomie gehen weit auseinander [7]. Sie reichen von einem großen Optimismus (z. B. in Hinblick auf die industriellen Möglichkeiten einer Wirtschaft frei von fossilen Energien) bis hin zu einer massiven Skepsis (z. B. in Bezug auf eine faire Verteilung und die ökologischen Grenzen). Die Optimisten setzen große Hoffnungen in die Fortschritte bei der technischen Entwicklung und gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Die Skeptiker hingegen argumentieren, dass eine Dekarbonisierung vorrangig mit gesellschaftlichen Veränderungen einhergehen muss (u.a. Konzepte wie Suffizienz), um eine Problemverlagerung zu vermeiden.

Die unterschiedlichen Sichtweisen sind mit unterschiedlichen Erwartungen verbunden, was die Orientierung in der Forschungslandschaft und das Ableiten politischer Maßnahmen erheblich erschwert. Um die Vision einer nachhaltigen und kreislauforientierten Bioökonomie zu verwirklichen, muss letztlich eine gemeinsame Basis geschaffen werden, um die Chancen zu maximieren und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. Dies erfordert ein tiefgehendes und umfassendes Verständnis der Zielkonflikte zwischen verschiedenen Formen der Biomassenutzung, den Interessen und den entsprechenden gesellschaftlichen Zielen. Sowohl in Deutschland als auch international arbeiten Forschungsprogramme und -initiativen intensiv daran, diese Wissensbasis aufzubauen [8].

Insgesamt soll ein Bioökonomie-Monitoring Zahlen und Fakten liefern, die es ermöglichen Chancen und Risiken zu skizzieren. Ziel des Monitorings ist es, umfassende, aussagekräftige und verlässliche Informationen für die öffentliche und politische Diskussion zu liefern.

32 DE Chancen Risiken

Chancen und Risiken des Übergangs hin zur Bioökonomie. (Quelle: Beck-O'Brien).
* Zum Beispiel Bioenergiegemeinschaften. Lesen Sie mehr unter: https://www.bioenergie-kommunen.de
** Zum Beispiel in der Art und Weise, wie Klimasysteme interagieren und funktionieren. Neun planetarische Grenzen wurden definiert, von denen mindestens 4 bereits überschritten sind oder sich in der Zone der Unsicherheit befinden. Lesen Sie mehr unter: https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html

Warum die Größenordnung wichtig ist

3 DE Zahl Charts 3mal

Biomasse kann fossile Brennstoffe, Metalle und Mineralien über den Lebenszyklus eines einzelnen Produkts ersetzen und so eine gute Ökobilanz des Produktes bewirken [10]. So senkt beispielsweise die Verwendung von Holzwerkstoffen anstelle von Stahl und Beton im Bauwesen im Allgemeinen die CO2-Emissionen von Gebäuden [10]. Wenn jedoch mehr dieser Produkte hergestellt und verwendet werden, kann die Menge des Konsums ab einem gewissen Punkt Schäden verursachen, die den Nutzen überwiegen und somit einen gegenteiligen Effekt bewirken.

Nahezu jeder dritte Mensch auf unserem Planeten leidet unter Ernährungsunsicherheit [11]. Dabei ist es möglich, die Welt mit den verfügbaren Ackerflächen zu ernähren [12], allerdings nicht, wenn alle Menschen auf der Welt sich ähnlich ernähren würden wie die deutsche Bevölkerung – mit einem hohen Anteil an Fleisch und Milchprodukten. Daher werden mehr als 60 % des in Deutschland produzierten oder importierten Getreides für die Herstellung von Tierfutter verwendet. Die wachsende Weltbevölkerung erhöht den Druck auf die Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion – zusätzlich zu den anderen Arten der Flächennutzung. So besteht derzeit etwa 1 % des gesamten Kunststoffmarktes aus Biokunststoffen (aus Pflanzen hergestellt) [13]. Mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel wird verschwendet oder geht verloren. Knapp zwei Drittel der gesamten Kunststoffproduktion werden von kurzlebigen Anwendungen dominiert und enden nach einmaligem Gebrauch als Abfall [14]. Das wirft die Frage auf, wie viel des Lebensmittel- und Kunststoffbedarfs durch Biomasse gedeckt und wie viel durch ein verändertes Verhalten von Unternehmen und Verbrauchern eingespart werden kann. Entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung der Bioökonomie sind folgende Aspekte: Wo liegt das Gleichgewicht zwischen (a) Ressourcengewinnung und -produktion, die innerhalb der planetaren Grenzen liegen, und (b) der Höhe des Ressourcenverbrauchs [15]? Solche Fragen müssen beantwortet werden, um den Wandel hin zu einer ausgewogenen Bioökonomie steuern zu können.

3 Balance

Ziele des Monitorings

Die Nationale Bioökonomiestrategie formuliert die Ziele des Monitorings so: „Das Monitoring der Bioökonomie soll es ermöglichen, die Entwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie nachzuvollziehen. Es soll als Grundlage dienen, die politische Steuerung und Priorisierung zu überprüfen[4].

Dies erfordert sowohl eine breite (branchenübergreifende und systemische) als auch eine tiefe (detaillierte und umfassende) Datenbasis mit unterschiedlicher Informationstiefe je nach Anwendungszweck.

Folgende Anforderungen müssen erfüllt werden:

  • Monitoring des Zustands der Biosphäre – d. h. der Ökosysteme, die die Ressourcenbasis der Bioökonomie bilden – auf mehreren Ebenen (z. B. von Wäldern bis hin zu globalen Klimasystemen) und der Wechselwirkungen zwischen ihnen, um die Potenziale und Grenzen besser zu verstehen
  • Messung, Überwachung und Bewertung der Ressourcengewinnung, einschließlich der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit der primären Sektoren (Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei) sowie die Beziehungen und Zielkonflikte zwischen diesen Sektoren
  • Erfassen der Ressourcenströme innerhalb der Wirtschaft, um zu verstehen, wo welche Arten der Biomasse wie verwendet werden, sowie die antreibenden Marktkräfte und politischen Interventionen
  • Verknüpfung von Konsum-, Produktions- und Rohstoffsystemen, um ein besseres Verständnis der Kausalzusammenhänge, einschließlich der Ursachen und Triebkräfte für ökologische und soziale Auswirkungen, zu erlangen und Konsummuster zu skizzieren, die eine nachhaltige Ressourcennutzung ermöglichen.
  • Bewertung der Auswirkungen auf den verschiedenen Ebenen
    • von der Mikroebene: Was sind die Auswirkungen auf Produktebene?
    • bis hin zur Makroebene: Welche Auswirkungen hat das nationale Konsumniveau auf die globalen Erdsysteme und die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung?
  • Untersuchen der möglichen Auswirkungen aktueller Trends und absehbarer Entscheidungen (Wechselwirkungen, Konflikte, Problemverlagerungen und Rückkopplungen). Dies erfordert Modellierungen und Szenarien mit Daten sowohl über natürliche Ökosysteme als auch über Wirtschaftssysteme und die Art und Weise, wie sie miteinander im Austausch stehen
  • Vermittlung von Kenntnissen über die Treiber und Hemmnisse des technologischen Fortschritts, insbesondere in Bezug auf Geschäftsmodelle und den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen und kreislauforientierten Bioökonomie, sowie über die Chancen und Risiken einer Erhöhung des bioökonomischen Anteils

Insgesamt besteht das Ziel des Bioökonomie-Monitorings darin, einen systemischen Rahmen zu entwickeln, der die Bioökonomie als Ganzes betrachtet, mehrere Analyseebenen dynamisch einbezieht und Indikatoren und Ziele zur Bewertung der verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekte enthält. Die gewonnenen Erkenntnisse können genutzt werden, um nachhaltige Produktionspraktiken zu fördern, die Diskussionen über soziale Normen zu gestalten und politische Maßnahmen zur Förderung der Kreislauf-Bioökonomie anzustoßen. Während das Monitoring Chancen und Risiken erfasst und aufzeigt, ist weitere Forschung notwendig, um Leitlinien für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie zu schaffen. Ein zentrales Element der Steuerung des Übergangs zur balancierten Bioökonomie ist die Prioritätensetzung, z.B. im Hinblick auf die Umsetzung des Grundsatzes „Nahrungsmittel zuerst (Food First)“: wie viel stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse ist dann noch möglich? Dies erfordert insbesondere Kenntnisse über die ökologischen Grenzen und die Innovationspotenziale; beides Bereiche, in denen sich die Forschung rasch weiterentwickelt, für die jedoch derzeit nur begrenzt solide Daten verfügbar sind. Die auf dieser Website präsentierten Daten und Indikatoren werden daher laufend aktualisiert, und wir freuen uns über Möglichkeiten des Austauschs, um ein systemisches Monitoring der deutschen Bioökonomie an der Front der Forschungslandschaft aufzubauen und zu stärken.

3 DE Ziele Nachhaltigkeit2

Aggregation, Skalenniveau und Informationsfluss des Indikatorensystems. (Quelle: Egenolf und Bringezu (2019) [16]).

Indikatoren

Indikatoren geben Aufschluss über die Charakteristika eines Systems, z. B. der Ausprägung der Bioökonomie als Ganzes oder des Lebenszyklus eines ausgewählten Produkts. Jeder Indikator liefert immer nur Antworten auf eine bestimmte Frage. Leitindikatoren helfen, sich einen Überblick zu verschaffen. So geben beispielsweise Ressourcen- und Klimafußabdrücke Auskunft über die ökologische „Performance“ (Belastungsgrad) der deutschen oder europäischen Wirtschaft; ähnlich wie das BIP als Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dient. Andere Indikatoren liefern Detailinformationen wie beispielsweise die „Fruchtbarkeit landwirtschaftlicher Böden“. Hierbei dienen erweiterte Daten als Grundlage sowohl für detaillierte als auch für die Leitindikatoren. Eine Informationspyramide kann auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden, von lokal bis global [16].

3 DE Ziele Nachhaltigkeit1

Aggregation, Skalenniveau und Informationsfluss des Indikatorensystems. (Quelle: Egenolf und Bringezu (2019) [16]).

Indikatoren für die Fortschrittsmessung auf dem Weg zur nachhaltigen Bioökonomie können aus den Nachhaltigkeitszielen abgeleitet werden, z. B. dem Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels. Die Ziele werden über die Zuweisung von Kriterien operationalisiert, wie z. B. die Emission von Klimagasen, und der geeignete Indikator wäre in diesem Beispiel die Menge an CO2-Äquivalenten, die emittiert wird [16]. Wenn Ziele, Kriterien und Indikatoren definiert sind, müssen die Systemgrenzen sowie der räumliche und zeitliche Geltungsbereich festgelegt werden. Eine lebenszyklus- oder systemweite Grenze bedeutet, dass die Indikatoren die gesamte Prozesskette widerspiegeln (von der Ernte über die Nutzung bis hin zur endgültigen Entsorgung). Der räumliche Geltungsbereich könnte z. B. das Monitoring der in Deutschland durchgeführten Aktivitäten im Hinblick auf ihre globalen Auswirkungen umfassen. Der zeitliche Geltungsbereich könnte die Verwendung der aktuellsten verfügbaren Daten und/oder die Durchführung einer Trendanalyse erfordern. Schließlich kann es erforderlich sein, die einzelnen Indikatoren mit geeigneten Referenzwerten zu vergleichen [17]. So würde der Indikator für die „Fruchtbarkeit landwirtschaftlicher Böden“ einen Vergleichswert benötigen, um beurteilen zu können, wann die Bodenfruchtbarkeit als hoch oder mangelhaft gilt (oder als etwas dazwischen). Bei einer solchen Bewertung können auch wissenschaftlich fundierte Zielwerte für die Nachhaltigkeit berücksichtigt werden [18].

Die zu überwachenden Indikatoren für die deutsche Bioökonomie müssen sowohl die UN-Nachhaltigkeitsziele [19] als auch die besonderen Erwartungen der deutschen Bevölkerung widerspiegeln. So ergab die Beteiligung von Stakeholdern in drei Workshops, dass der Beitrag zu nachhaltiger Produktion und Konsum (SDG 12), zum Klimaschutz (SDG 13) und zum geschützten Leben im Wasser und an Land (SDGs 14 und 15) als Ziele mit hoher Priorität angesehen werden [20]. Für das Monitoring sind daher Indikatoren von hoher Relevanz, die Auskunft darüber geben, ob die Aktivitäten der deutschen Bioökonomie zur Erreichung dieser Ziele sowohl national als auch global beitragen. Ein Kernelement des Monitorings sind daher Indikatoren zum Klima-, Land- und Wasserfußabdruck der biobasierten Produktion und des Konsums in Deutschland (siehe nationale Konsumfußabdrücke).

Schließlich benötigt ein Monitoringsystem eine kontinuierliche Evaluation über die Zeit hinweg, um politisch relevante Informationen über Trends und Fortschritte zu liefern. Die folgende Abbildung beschreibt die aufeinanderfolgenden Schritte eines Monitoring-Zyklus für die Bioökonomie – wie im MoBi-Projekt des Thünen-Instituts [17] umgesetzt. Die Ziele der Indikatoren müssen klar sein – im Kontext der politischen Ziele, der Marktentwicklungen und der gesellschaftlichen Wahrnehmung – und sie müssen in jedem Monitoring-Zyklus überprüft und präzisiert werden. Die folgende Abbildung zeigt einen Monitoring-Ansatz, um sowohl (1) die Biomasseströme (aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei) als auch (2) die Entwicklung der bioökonomischen Sektoren (insbesondere unter Verwendung sozioökonomischer Indikatoren) zu überwachen. Er umfasst die aufeinander folgenden Schritte der Datenerhebung, der Quantifizierung (in Form von Indikatoren), der Nachhaltigkeitsbewertung und der Definition (Überprüfung und Umsetzung) [17].

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Konsekutive Schritte des Bioökonomie-Monitorings (Quelle: Iost et al. (2020) [17], S.15).

 


Anmerkungen und Quellen

  1. Die Bioökonomie kann und muss genutzt werden, um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und die in der Erklärung der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio (2012) beschriebene Vision der "The Future we want" zu verwirklichen. Verfügbar unter: https://sustainabledevelopment.un.org/futurewewant.html.
  2. Für einen Überblick über die Belange siehe z.B. das Kurzpapier: Fatheuer (2018). Die Kontroverse um die Bioökonomie: Die Betrachtung der Bioökonomie aus entwicklungspolitischer Sicht. Verfügbar unter: https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2018/05/The-Bioeconomy-Controversy.pdf. Ausführliche Informationen zu allen Fragen der globalen Land Governance bietet das Land-Portal: https://landportal.org.
  3. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung dienen als Indikatoren für die Verwirklichung der Agenda 2030 und spiegeln die Verpflichtungen der Regierungen auf der ganzen Welt wider, Nachhaltigkeit auf den Märkten und in der Gesellschaft umzusetzen. Siehe auch: https://sdgs.un.org/goals
  4. BMBF und BMEL (2020). Die Nationale Bioökonomie-Strategie. Verfügbar unter: https://www.bmel.de/EN/topics/farming/bioeconomy-renewable-resources/national-bioeconomy-strategy.html
  5. Sie sind ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung, das im partizipativen Austausch mit Gesellschaft, Wirtschaft und Interessengruppen Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Nationalen Bioökonomiestrategie entwickelt. Siehe ihre Website: https://www.biooekonomierat.de und das dritte Arbeitspapier vom 19.04.2022 zum Thema "Bioökonomie: Gemeinsam eine nachhaltige Zukunft gestalten". Verfügbar unter https://www.biooekonomierat.de/publikationen/positionen/2022/arbeitspapier.php.
  6. Beispiele für die Bandbreite der Innovationen aus Forschung und Entwicklung in Deutschland finden Sie auf der Website Bioökonomie.de: https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele 
  7. Siehe das Projekt "Perspektivwechsel Bioökonomie - für mehr Nachhaltigkeit" (abrufbar unter: https://www.ioew.de/projekt/perspektivwechsel_biooekonomie_fuer_mehr_nachhaltigkeit); den Info-Flyer "Wie nachhaltig ist die Bioökonomie wirklich?" (abrufbar unter: https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/BILDER_und_Downloaddateien/Publikationen/2021/PeWeBO_Wie_nachhaltig_ist_die_Biooekonomie_wirklich_bf.pdf) und den Podcast "Bioökonomie - Zukunftsmodell oder leeres Versprechen? (Abrufbar unter: https://www.bund.net/ressourcen-technik/biooekonomie/#c22002).
  8. Neben nationalen Initiativen gibt es auch Bemühungen auf EU- (z.B. https://knowledge4policy.ec.europa.eu/bioeconomy/monitoring_en) und globaler Ebene (z.B. FAO (https://www.fao.org/in-action/sustainable-and-circular-bioeconomy/en/ ) und World Bioeconomy Forum (https://wcbef.com)).
  9. Bringezu et al. (2021). Ökologischer und sozioökonomischer Fußabdruck der deutschen Bioökonomie. Nat Sustain. doi: 10.1038/s41893-021-00725-3
  10. Verkerk et al. (2021). The role of forest products in the global bioeconomy - Enabling substitution by wood-based products and contributing to the Sustainable Development Goals FAO. doi: 10.4060/cb7274en. Es kommt jedoch auch auf den Umfang an. Nicht alle neuen Gebäude können in Deutschland mit Holz gebaut werden - unter dem derzeitigen Niveau des Gesamtverbrauchs - ohne die Belastung der globalen Wälder durch Deutschland unverhältnismäßig zu erhöhen. Eine Überwachung ist erforderlich, um festzustellen, wo das richtige Gleichgewicht liegt.
  11. FAO et al. (2022). Der Stand der Lebensmittelsicherheit und Ernährung in der Welt. Verfügbar unter: https://www.fao.org/3/cc0639en/online/cc0639en.html
  12. Die heutige Ernährungsunsicherheit ist in erster Linie eine Folge von Armut, Ungleichheit und gestörten Märkten. Um die Welt nachhaltig zu ernähren, müssen die westlichen Ernährungsmuster mit einem hohen Anteil an tierischen Lebensmitteln auf eine stärker pflanzliche Ernährung umgestellt werden.  Die "planetarische Gesundheitsdiät" wurde entwickelt, um sowohl die Ernährungsanforderungen als auch die planetarischen Grenzen zu erfüllen. Willett et al. (2019): Food in the Anthropocene. The EAT-Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. The Lancet. doi: 10.1016/S0140-6736(18)31788-4. Siehe Lebens- und Futtermittel für weitere Lektüre.
  13. Die Masse der Kunststoffe auf der Erde ist inzwischen mehr als doppelt so groß wie die Masse aller lebenden Säugetiere, und sie nimmt weiter zu. Persson et al. (2022): Outside the Safe Operating Space of the Planetary Boundary for Novel Entities. Env. sci. & tech. doi: 10.1021/acs.est.1c04158. Gleichzeitig zeigen vorgeschlagene politische Maßnahmen in einem Systemwechselszenario für Kunststoffverpackungen ein Potenzial zur Reduzierung der neuen Kunststoffnachfrage um 64 % bis 2040 in Deutschland - Halfmann et al. (2021). Verpackungswende jetzt! So gelingt der Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in Deutschland. WWF. Hinweis: Dieses Szenario kombiniert Maßnahmen wie die Vermeidung unnötiger Verpackungen, verstärktes Recycling sowie die Substitution von Plastik durch Papier. Letzteres sollte jedoch nur in Verbindung mit Suffizienzmaßnahmen und unter bestimmten Kriterien (für ökologisch sinnvolle Anwendungen) umgesetzt werden, um Problemverlagerungen (z.B. verbunden mit einer erhöhten Nachfrage nach Papier) zu vermeiden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, eine Systemperspektive einzunehmen und die Bedürfnisse der Unternehmen, die gesellschaftlichen Normen und die rechtlichen Rahmenbedingungen gemeinsam zu berücksichtigen.
  14. Siehe den Global Plastics Outlook der OECD, dessen zweiter Bericht im Jahr 2022 veröffentlicht wird; https://www.oecd.org/environment/plastics/
  15. Die Frage ist: Wie sollte ein "fairer Anteil" definiert werden? Forschungsarbeiten zur Beantwortung dieser Frage finden sich z. B. beim Science-based targets network (verfügbar unter: https://sciencebasedtargetsnetwork.org) oder in der laufenden Arbeit von Bai et al. für die Earth Commission (siehe Bai et al. (2022). How to stop cities and companies causing planetary harm. Verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/d41586-022-02894-3). Wie würde bzw. könnte dies zur Herausforderung der Verteilung beitragen und welche anderen Maßnahmen wären erforderlich?
  16. Egenolf und Bringezu (2019). Conceptualization of an Indicator System for Assessing the Sustainability of the Bioeceonomy. Sustain. doi: 10.3390/su11020443 .
  17. Iost et al. (2020) Aufbau eines Bioökonomie-Monitorings: Ressourcenbasis und Nachhaltigkeit. Thünen Working Paper 149. doi:10.3220/WP1593762669000
  18. Zum Beispiel auf globaler Ebene siehe die vorgeschlagenen Benchmarks in Bringezu (2022): Das Weltbudget. Sichere und faire Ressourcennutzung als globale Überlebensstrategie. Springer. 
  19. Die "Sustainable Development Goals" (SDGs) sind die 17 Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Siehe: https://sdgs.un.org/goals
  20. Zeug et al. (2019). Stakeholders' Interests and Perceptions of Bioeconomy Monitoring Using a Sustainable Development Goal Framework. Sustain. doi: 10.3390/su11061511
  21. Lesen Sie mehr unter: https://www.bioenergie-kommunen.de 
  22. Lesen Sie mehr unter: www.stockholresilience.org/research/planetary-boundaries.html